Jeder Australier verliert pro Jahr AU$ 2500 beim Gambling, in keinem Land der Welt stehen mehr Glücksspielautomaten als hier. Und das war für uns der Anlass auch mal unser Geld zu verzocken. Und ich hatte mir selbst versprochen, gamblen zu gehen, wenn ich schwarz gearbeitet habe und Greg das Geld überweist. Beides war der Fall und deshalb sprach nichts mehr gegen diese Sache.
Das Ganze war ziemlich interessant, weil ich noch nie in einem Casino war und mich erstmal daran gewöhnen musste, Orientierung suchte und keine Ahnung hatte von dem ganze Zeug, was man so braucht, um die Regeln zu verstehen und warum jetzt der Typ im Anzug dem rechten Typen Geld gibt und dem linken nicht und dem rechten nur halb soviel wie dem in der Mitte.
Aber naja, ich hatte ja glücklicherweise Julien und Dario mit, die zumindest soweit Erfahrung im Gamblen hatten, als dass sie bei ihrem vorherigen Job als Autoscooteraufbauer den ganzen verrückten australischen Zockern über die Schulter geschaut hatten.
Natürlich habe auch ich von großen Geld geträumt, zumindest von etwas. Denn Julien hatte von einem erzählt, der mit 50 Dollar auf 800 gekommen ist und dann dummerweise wieder alles verloren hat. Aber so ist das halt im Leben.
Mein Fazit: Irgendwie kann man als Deutscher kein guter Gambler sein, weil einem das Geld viel zu schade ist, um mit einem Tastendruck 5 Dollar rauszuhauen. Nur, wenn man das nicht macht, gewinnt man auch nicht so viel, wenn man denn mal gewinnt. Verstehste?
Und dann haben wir beim so Rouletteautomaten einem Typen zugeguckt, der erstmal acht 100$-Scheine in den Automaten geschoben hat und dann pro Runde um die 350 $ gesetzt hat. Und jede zweite Runde ungefähr, manchmal auch drei Runden hintereinander, hat er ordentlich abgeräumt. Ich rede so von 700-900 Dollar Gewinn. Aber das ist wieder so ein Beispiel von dem angesprochenen Problem.
Dann wollte Julien eigentlich noch seine letzten fünfzig Dollar (er hatte danach wirklich nichts mehr und muss erst warten, bis Greg überweist) zu mehr Geld machen beim Pokern, aber der Buy-In war, anders als beim Melbourner Casino nicht bei AU$40, sondern bei 80. Und das war auch mir zu krass, auch wenn ich eigentlich Poker ausprobieren wollte, weil es mit das einzige Spiel in so einem Casino ist, wovon ich die Regeln ungefähr kenne.
| Ich hab sie alle... |
| Der Eingang vom Casion. Etwas unterbelichtet.... |
Ich bin dann noch über die Harbour Bridge gelaufen, habe wieder die Oper fotografiert, dann, auf der anderen Seite vom Hafen, wieder die Oper von so einem schönen Park unter der Brücke fotografiert und dann mit der Bahn zurückgefahren. Im Hostel war ich um 9. Und habe da noch bis um halb eins abgehangen, bis ich endlich schlafen gegangen bin. Zwei Stunden bis um halb vier, weil ich noch zu Paddy's Market einkaufen gehen und auch das BBQ nicht verpassen wollte. Naja und so ergibt sich das halt, das man nur sehr wenig und zu komischen Zeiten am Wochenende schläft. Ich bin ziemlich verrückt. Aber was solls. Ich bin ja auch in Australien.
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